Offenes Bein (Ulcus cruris): Ursachen, Symptome & Behandlung der offenen Wunde am Bein
Schlecht heilende Wunden am Unterschenkel verstehen und gezielt behandeln
Ein offenes Bein beginnt meist schleichend: Die Beine fühlen sich schwer und müde an, Krampfadern bilden sich, die Haut verfärbt sich bräunlich und wird dünn, und kleinste Verletzungen heilen nur noch schlecht.
Was ist ein offenes Bein? Definition des Ulcus cruris
Ein Ulcus cruris („offenes Bein“) ist eine chronische Wunde am Unterschenkel, die nur sehr langsam oder gar nicht heilt und meist am Innenknöchel auftritt. In diesem Bereich kann das Blut aufgrund von Venen- oder Arterienerkrankungen schlechter gegen die Schwerkraft zum Herzen zurückfließen. Dadurch kommt es zu Blutstau, erhöhtem Druck in den Gefäßen und einer schlechteren Versorgung der Haut. Die Haut wird dünner, empfindlicher und anfälliger für Verletzungen. Da die Durchblutung am Unterschenkel insgesamt eingeschränkt ist, heilen selbst kleine Wunden oder Druckstellen nur langsam und können sich zu chronischen, schwer behandelbaren Wunden entwickeln, die oft eine längere medizinische Betreuung erfordern.
Wo tritt ein Ulcus cruris am Bein typischerweise auf?
- Innenknöchel – am häufigsten betroffen, da hier der venöse Rückfluss besonders erschwert ist.
- Unterer Unterschenkel – vor allem im Bereich des Schienbeins.
- Seiten des Unterschenkels – bei arteriellen Durchblutungsstörungen häufiger an der Außenseite.
- Untypische Stellen – bei Mischformen aus venösen und arteriellen Ursachen kann der Ulcus auch an ungewöhnlichen Stellen auftreten.
Offene Beine: Ursachen & Risikofaktoren
Ein Ulcus cruris kündigt sich oft schon vor dem eigentlichen offenen Bein an. Erste Anzeichen sind Schwellungen, besonders am Knöchel, ein Spannungsgefühl in der Haut, Rötungen oder bräunliche Verfärbungen, Juckreiz und manchmal sichtbare Krampfadern. Wenn sich eine Wunde bildet, zeigt sie sich meist am Innenknöchel oder Unterschenkel, ist unregelmäßig, nässend und heilt nur langsam. Schmerzen, Sekretbildung oder unangenehmer Geruch sind Warnsignale, bei denen man unbedingt ärztliche Hilfe suchen sollte.
Symptome & Warnzeichen: Offenes Bein im Anfangsstadium erkennen
Nach einer Operation ist es wichtig, körperliche Aktivitäten zu vermeiden, die unnötige Spannung auf Ihre Wunde ausüben könnten. Zu viel Bewegung kann die empfindlichen Wundnähte belasten, was die Heilung verzögert und im schlimmsten Fall sogar dazu führen kann, dass die Wunde aufreißt. Die Haut rund um die Wunde ist nach einem Eingriff besonders empfindlich, und jede übermäßige Spannung kann die Heilung beeinträchtigen.
Geben Sie Ihrem Körper die nötige Ruhe und reduzieren Sie körperliche Belastungen, um die Wunde zu schonen. Sanfte Bewegungen sind in Ordnung, aber vermeiden Sie alles, was die Wunde unter Druck setzt. So stellen Sie sicher, dass Ihre Heilung reibungslos verläuft und Sie schneller wieder fit sind.
| Phase | Anzeichen1 |
| Frühe Warnzeichen | Schwellung am Knöchel, Spannungsgefühl, Rötung oder bräunliche Verfärbung, Juckreiz, sichtbare Krampfadern |
| Fortgeschrittene Warnzeichen | Offene, nässende Wunde meist am Innenknöchel oder Unterschenkel, unregelmäßige Wundränder, verzögerte Heilung, Schmerzen, Sekretbildung, unangenehmer Geruch |
Handlungsempfehlung: Bereits bei den ersten Anzeichen ärztlich kontrollieren, bei offenen Wunden sofort ärztliche Hilfe aufsuchen.
Wie wird das offene Bein behandelt?
Ein offenes Bein (Ulcus cruris) sollte immer fachgerecht behandelt werden, um eine Heilung zu ermöglichen und Komplikationen zu vermeiden. Die Wunde wird regelmäßig von Ärzten oder spezialisierten Pflegekräften beurteilt und versorgt. In vielen Städten gibt es Wundzentren, in denen unterschiedliche Fachrichtungen zusammenarbeiten und auch Patienten sowie pflegende Angehörige geschult werden.
Die Behandlung eines offenen Beins (Ulcus cruris) zielt darauf ab, die Ursache zu behandeln, die Wunde zu pflegen und die Durchblutung zu unterstützen. Die Wunde sollte regelmäßig gereinigt und fachgerecht verbunden werden, wobei feuchte Wundauflagen die Heilung fördern und die Haut schützen.
Eine besonders wichtige Rolle spielt die Kompression durch Verbände oder Strümpfe, da sie den Blutfluss zurück zum Herzen unterstützt, Schwellungen reduziert und die Heilung beschleunigt. Auch nach Abheilung sollte Kompression fortgesetzt werden, um ein Wiederauftreten zu verhindern.2
| Bereich | Maßnahmen | Erklärung |
| Ursache behandeln | Kompressionsstrümpfe oder Verbände, Bewegung, Beinübungen | Unterstützt den Blutfluss, reduziert Schwellungen und fördert die Heilung |
| Wunde pflegen | Regelmäßige Reinigung, feuchte schmerzarme Verbände, ggf. Entfernen abgestorbenen Gewebes (Débridement) | Hält die Wunde sauber, verhindert Infektionen und erleichtert die Heilung |
| Infektionskontrolle | Ärztliche Kontrolle bei Rötung, Wärme, Eiter oder starken Schmerzen | Frühzeitige Behandlung von Infektionen verhindert Verschlimmerung |
| Hautschutz | Haut rund um die Wunde pflegen, Kratzen vermeiden | Verhindert neue Verletzungen und schützt die Haut |
| Nach Abheilung | Weiter Kompression, regelmäßige Bewegung, Hautpflege | Senkt das Risiko, dass die Wunde wieder auftritt |
Zur Unterstützung der Wundheilung können nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt spezielle Wundsalben eingesetzt werden. Bewährt haben sich insbesondere Hydrogele, da sie ein feuchtes Wundmilieu schaffen und so die Heilung effektiv fördern. Darüber hinaus gewinnen natürliche Präparate wie medizinischer Honig oder Fichtenharzsalben zunehmend an Bedeutung. Ihre positive Wirkung ist inzwischen gut untersucht und wird durch klinische Studien bei chronischen Wunden gestützt. Diese Naturprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Wunde zuverlässig feucht halten, das Keimwachstum reduzieren und das Infektionsrisiko senken. Dadurch schaffen sie besonders günstige Bedingungen für eine nachhaltige und schonende Wundheilung.
Studienergebnisse zu Fichtenharz- und Honigsalbe bei Geschwüren am Unterschenkel
In einer Studie mit 40 Patienten erreichten 25 % der Patienten in der Fichtenharzgruppe und 20 % in der Honiggruppe innerhalb von 12 Monaten eine vollständige Abheilung des Ulcus. Insgesamt lag die klinische Heilungs- bzw. Besserungsrate in beiden Gruppen bei ca. 75 %, wobei bei mehreren Patienten, die mit Harzsalbe behandelt wurden, schnellere Fortschritte beobachtet wurden.3
Wie lange dauert die Heilung eines offenen Beines?
Die Heilung eines offenen Beins (Ulcus cruris) hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Ursache der Wunde, ihre Größe, die Durchblutung der Beine, der allgemeine Gesundheitszustand und die Qualität der Therapie. Kleinere, unkomplizierte Wunden können oft innerhalb von drei bis sechs Monaten abheilen, während größere oder chronische Ulcera, insbesondere bei Durchblutungsstörungen oder Diabetes, über ein Jahr oder länger bestehen bleiben können. 2
Auch nach Abheilung kann ein offenes Bein leider wieder auftreten, besonders wenn die Grunderkrankung bestehen bleibt. Eine sorgfältige Vorbeugung, etwa durch Kompression, regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung, kann das Rückfallrisiko deutlich verringern.
Vorbeugung eines offenen Beins
Ein offenes Bein lässt sich nicht vollständig verhindern, doch bestimmte Maßnahmen können dazu beitragen, das Risiko zu verringern:
- Beinbewegung und Gehen: Regelmäßiges Gehen oder leichte Ausdauerübungen fördern die Wadenmuskelpumpe und verbessern den venösen Rückfluss.
- Fuß- und Wadenübungen: Zehen heben und senken, Fußkreisen, Wadenheben – besonders im Sitzen oder Liegen – unterstützen die Durchblutung.
- Beine hochlagern: Mehrmals täglich die Beine für einige Minuten hochlegen, um Schwellungen zu verringern.
- Kompression: Wenn vom Arzt empfohlen, Kompressionsstrümpfe oder -verbände tragen, um den Blutfluss in den Venen zu verbessern.
- Hautpflege: Die Haut sauber und trocken halten, Verletzungen vermeiden, Nagel- und Hornhautpflege beachten.
- Gewichtsmanagement und Bewegung: Übergewicht reduzieren und regelmäßige körperliche Aktivität fördern die allgemeine Gefäßgesundheit.
Fazit: Offenes Bein früh erkennen und konsequent behandeln
Ein offenes Bein (Ulcus cruris) entwickelt sich häufig schleichend, ist aber bei konsequenter Behandlung in vielen Fällen gut in den Griff zu bekommen. Entscheidend sind eine frühe ärztliche Abklärung, eine fachgerechte Wundversorgung und eine wirksame Kompression, um die Durchblutung zu unterstützen und die Heilung zu fördern. Ergänzend kann nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eine geeignete Wundsalbe wie die ilon WundXtra Salbe zur Unterstützung chronischer Wunden eingesetzt werden, um die Wunde zu schützen und ein feuchtes Wundmilieu zu unterstützen. Wer Warnzeichen ernst nimmt und auch nach der Abheilung auf Vorbeugung durch Bewegung, Hautpflege und gegebenenfalls Kompression achtet, kann das Rückfallrisiko deutlich senken.
Die häufigsten Fragen:
offenes Bein
Ein Ulcus cruris ist eine chronische, schlecht heilende Wunde am Unterschenkel umgangssprachlich auch „offenes Bein“ genannt. Meist entsteht sie, weil die Haut in diesem Bereich nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Häufigste Ursache sind venöse Durchblutungsstörungen (z. B. chronisch-venöse Insuffizienz), seltener arterielle Erkrankungen oder Mischformen. Typisch ist ein Auftreten am Innenknöchel oder am unteren Unterschenkel.
Bei offenen Beinen sollte man immer ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen – je früher, desto besser. Wichtig ist eine fachgerechte Wundversorgung (Reinigung, passende moderne Wundauflagen, ggf. Débridement) und vor allem die Behandlung der Ursache. Bei einem venösen Ulcus cruris ist Kompression (Verbände oder Strümpfe) meist der entscheidende Baustein, weil sie den Rückfluss des Blutes unterstützt und Schwellungen reduziert. Bei Zeichen einer Infektion (z. B. starke Rötung, Wärme, Eiter, zunehmender Schmerz, Geruch) ist eine sofortige Abklärung nötig.
Ein offenes Bein entsteht oft schleichend. Häufig beginnt es mit schweren, müden Beinen, Schwellungen, Krampfadern oder bräunlichen Hautverfärbungen. Wenn das Blut durch geschwächte Venenklappen oder verengte Arterien schlechter zirkuliert, steigt der Druck in den Gefäßen – die Haut wird dünn und verletzlich. Dann können selbst kleine Verletzungen oder Druckstellen nicht mehr richtig heilen und sich zu einer chronischen offenen Wunde am Bein entwickeln. Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht, Bewegungsmangel oder Rauchen können die Entstehung zusätzlich begünstigen.
Der Hausarzt ist meist der erste Ansprechpartner bei einem offenen Bein. Er untersucht die Wunde und die umliegende Haut, prüft Schwellungen, Hautfarbe, Temperatur sowie Wundgröße und -tiefe und kontrolliert Krampfadern, Puls und Durchblutung und leitet Sie ggf. an einen Gefäßarzt weiter.
Duschen ist in der Regel erlaubt, sollte jedoch vorsichtig erfolgen, um das Ulcus nicht zu verletzen. Lauwarmes Wasser ist empfehlenswert, und die betroffene Stelle sollte nach dem Waschen vorsichtig abgetupft werden, nicht gerieben. Seifenfreie, milde Reinigungsmittel schützen die Haut zusätzlich.
Baden kann das offene Bein unter Umständen stärker belasten, da langes Einweichen die Haut aufweicht und das Infektionsrisiko erhöht. Bei Vollbädern oder Schwimmen ist ein speziell angepasster Wundschutz oder wasserfester Verband notwendig.
Ein offenes Bein kann gefährlich werden, wenn sich die Wunde verschlechtert oder eine Infektion entsteht, erkennbar an Rötung, Schwellung, Eiter oder üblem Geruch. Auch starke Schmerzen, Fieber oder langsame Heilung sind Warnsignale. Besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen oder geschwächtem Immunsystem. In solchen Fällen sollte umgehend ärztliche Hilfe gesucht werden.
Bei einem offenen Bein wird in der Regel ein Kompressionsverband verwendet, der direkt über der Wunde auf passende Wundauflagen gelegt wird. Dieser Verband unterstützt den venösen Rückfluss, reduziert Schwellungen und fördert die Heilung. Die richtige Anpassung von Druck und Wickeltechnik ist entscheidend und erfolgt durch fachkundiges Personal.
Kompressionsstrümpfe kommen meist erst nach teilweiser oder vollständiger Wundheilung zum Einsatz, um das Venensystem zu stabilisieren und erneuten Wunden vorzubeugen. Eigenständige Anwendung von Kompression sollte bei offenen Beinen vermieden werden, da falscher Druck die Wunde verschlimmern oder die Durchblutung beeinträchtigen kann. Fachgerechte Anpassung durch Arzt oder Sanitätshaus ist daher unbedingt erforderlich.
Eine gesunde Ernährung kann die Heilung eines offenen Beins fördern. Eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte und Hülsenfrüchte unterstützen den Gewebeaufbau. Vitamin C, Vitamin A, Zink und Eisen aus Obst, Gemüse, Vollkorn und Nüssen stärken die Haut und die Wundheilung. Ausreichend trinken verbessert die Durchblutung, gesunde Fette wie Omega-3 wirken entzündungshemmend. Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel sollten möglichst gemieden werden.
1 Schmidt et al. (2003). Bonner Venenstudie: Prävalenz des Ulcus cruris. Thieme Connect. 0,2–0,3 % Prävalenz in Deutschland, Altersgruppe ≥70 Jahre bis 2,5 %
2 S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum“, AWMF-Register 037‑009, Version 4.1, 2024.
https://www.awmf.org/service/awmf-aktuell/diagnostik-und-therapie-des-ulcus-cruris-venosum
3 Auvinen et al. (2020): Peripheral Rearterialization for Critical Limb Ischaemia… J Surg, 5, 1328.
Bildquelle: tibanna79/peopleimages.com/adobe.stock.com
ilon WundXtra Salbe – zur Unterstützung chronischer Wunden wie dem Ulcus cruris
Die ilon WundXtra Salbe mit nordischem Fichtenharz kann bei infizierten oder nicht-infizierten chronischen Wunden, wie dem Ulcus cruris, eingesetzt werden. Sie schützt die Wunde zuverlässig vor äußeren Einflüssen, reduziert die Keimbelastung und unterstützt ein feuchtes Wundmilieu – entscheidend für die Heilung. Die Salbe ist schonend, pflanzlich und gut verträglich und als CE-zertifiziertes Medizinprodukt für eine sichere, geprüfte Wundversorgung zugelassen.
Den Einsatz von Wundsalben, wie zum Beispiel der ilon WundXtra Salbe, sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Artikel entstand in Zusammenarbeit mit unserem Experten:
Dr. Christian Zimmermann
Dr. Christian Zimmermann, geboren 1974, ist Apotheker (Uni Freiburg) mit Promotion im Bereich der klinischen Pharmakologie (Uni Basel). Seine beruflichen Stationen führten ihn über die Niederlande (Postdoc am Krebsinstitut Amsterdam) und einem Pharmaunternehmen in der Schweiz zu Cesra Arzneimittel.
Seit 10 Jahren leitet er hier die medizinisch-wissenschaftliche Abteilung. Er ist für die Arzneimittelsicherheit und für die wissenschaftliche Forschung im Unternehmen verantwortlich. Eines seiner Spezialgebiete ist außerdem das Pharmarecht (Uni Marburg).