Dermatomykose:
Pilzinfektionen von Haut und Nägeln

Pilze können zahlreiche Krankheiten verursachen. Am häufigsten handelt es sich dabei um oberflächliche Infektionen, die die Haut und ihre Anhangsgebilde betreffen. Dermatomykosen, wie die Pilzerkrankungen im medizinischen Fachjargon bezeichnet werden, sind zwar meist harmlos, können aber unangenehme Symptome hervorrufen und sich ohne Behandlung zu ernsthaften Erkrankungen entwickeln. Zudem sind sie sehr ansteckend, da jede befallene Hautschuppe Infektionen auslösen kann.

Fußpilz behandeln

Übertragung von Hautpilz.
Von Mensch zu Mensch.

Hautpilz gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten in unseren Breitengraden. Dabei handelt es sich um kein einheitliches Krankheitsbild, sondern um einen Sammelbegriff für verschiedene Pilzinfektionen der Haut. Allen gemeinsam ist, dass die Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt – entweder durch direkten Köperkontakt oder über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung, Schuhe, Badematten und Teppiche. Zudem kann eine betroffene Person den Hauptpilz auch bei sich selbst auf andere Partien des eigenen Körpers übertragen. Eine Ansteckung über infizierte Tiere kommt in Mitteleuropa hingegen eher selten vor.

Pilzinfektionen der Haut.
Ursachen und Risikofaktoren.

Ausgelöst werden Pilzinfektionen der Haut durch verschiedene Pilzarten. In den meisten Fällen handelt es sich um Fadenpilze, in der medizinischen Fachsprache Dermatophyten genannt. Sie ernähren sich vornehmlich von Keratin, das in Haaren und Nägeln vorkommt. In der Schleimhaut können sie nicht überleben, weshalb sich ein durch Fadenpilze bedingter Hautpilz auf die obersten Hautschichten beschränkt. Dermatophyten verursachen unter anderem Fußpilz und Nagelpilz.

Hefepilze können im Gegensatz zu Fadenpilzen auch die Schleimhäute besiedeln. Die bekannteste Hefepilz-Gattung ist Candida albicans, die unter anderem Windeldermatis bei Babys hervorrufen kann. Der Hefepilz Malassezia furfur, der sich auf der körpereigenen Hautflora befindet, kann im Falle einer exzessiven Vermehrung Infektionen wie die Kleienpilzflechte auslösen.

Ob ein Krankheitserreger bei Ansteckung in die Haut gelangen und sich in den Zellen vermehren kann, hängt von seiner Aggressivität und den Abwehrmechanismen des Immunsystems ab. Menschen, deren Immunabwehr infolge von Grunderkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder HIV geschwächt ist, sind sehr anfällig für Pilzinfektionen. Besonders leichtes Spiel haben Pilze zudem bei Verletzungen und Entzündungen der Haut sowie in Arealen mit feuchtwarmem Klima wie Achselhöhle, Leistengegend oder zwischen Fingern und Zehen. Die Erreger können sich dort gut vermehren und durch die aufgeweichte Haut leicht eindringen. Menschen, die viel schwitzen oder zu enganliegende, scheuernde Kleidung tragen, sind deshalb häufiger von Hautpilz betroffen.

Verschiedene Erscheinungsformen.
Unterschiedliche Symptome.

Pilzinfektionen der Haut können verschiedene Körperteile betreffen und sich je nach Erreger und Stadium der Erkrankung durch unterschiedliche Symptome äußern. Zu Dermatomykosen zählen unter anderem die Ringelflechte, Kopf- und Gesichtspilz, die Kleienpilzflechte oder Candidosen, die nicht nur die Haut, sondern auch Schleimhäute befallen. Besonders weit verbreitet sind Fußpilz und Nagelpilz.

Fußpilz.
Infektion der Zehenzwischenräume.

Fußpilz tritt in Industrieländern sehr häufig auf: Schätzungen zufolge ist jeder Dritte von der Infektion mit Fadenpilzen betroffen. Dabei leiden mehr Männer als Frauen an Fußpilz, mit zunehmendem Lebensalter steigt die Infektionsrate.

In erster Linie siedeln sich die Pilze in den Zwischenräumen der Zehen an. Die Haut sieht an befallenen Stellen verquollen und gräulich-weiß aus, zudem treten kleine Fissuren auf und es macht sich ein starker Juckreiz bemerkbar. Anzeichen für Fußpilz auf den Fußsohlen sind weiße trockene Hautschuppen, aus denen sich weißliche Hautplatten bilden können. Wird die Infektion jetzt nicht behandelt, können Risse in der verhornten Haut entstehen und Schmerzen beim Gehen verursachen, zusätzlich bilden sich oft nässende Stellen und Bläschen. Dringen Bakterien in die Haut ein, kann das ernsthafte Entzündungen verursachen.

Nicht zu vernachlässigen ist die große Ansteckungsgefahr: In abfallenden Hautschuppen können Pilzsporen mehrere Tage lang überleben und die Infektion auf andere Personen übertragen. Zudem kann man sich selbst an anderen Körperstellen infizieren, wenn befallene Stellen mit bloßen Händen berührt und sich anschließend zum Beispiel ins Gesicht gefasst wird. Das gleiche Risiko besteht, wenn infizierte Füße und der restliche Körper nach dem Duschen mit demselben Handtuch abgetrocknet werden.

Gezielt vorgehen.
Hautpilz behandeln.

Dermatomykosen lassen sich gut behandeln, die Therapie ist allerdings langwierig und sollte auf keinen Fall vorzeitig abgebrochen werden. Auch wenn der Befall nicht mehr sichtbar ist, können betroffene Partien noch infiziert sein.

Zum Einsatz kommen bei allen Hautpilzinfektionen Antimykotika. Die Medikamente wirken gezielt gegen Pilze und werden vornehmlich äußerlich in Form von Salben, Puder, Tinkturen, Sprays oder Shampoos angewendet. Auch wenn die meisten Antimykotika in der Apotheke rezeptfrei erhältlich sind, sollte man vorab mit dem Hautarzt klären, welches Präparat und welche Darreichungsform im individuellen Fall geeignet ist.

Zur Unterstützung der medikamentösen Behandlung empfiehlt es sich

  • befallene Körperstellen immer trocken zu halten und zum Abtrocknen ein separates Handtuch zu verwenden
  • Kleidung und Schuhwerk aus atmungsaktiven Materialien zu tragen
  • Schuhe regelmäßig mit einem wirksamen Mittel aus der Apotheke zu desinfizieren
  • Socken und Unterwäsche täglich zu wechseln und bei mindestens 60 Grad zu waschen. Das gilt auch für alle anderen Kleidungsstücke und Textilien wie z.B. Handtücher und Bettwäsche, die mit befallenen Körperpartien in Berührung kommen.

Wer zu Fußpilz neigt, tut gut daran trockene und rissige Haut an den Füßen mit speziellen Pflegeprodukten vor unangenehmen Infektionen zu schützen. Bewährt hat sich eine gezielte Pflege mit Mikroalgen-Aktivschutz. Mit dem Aktivstoff Spiralin® und wertvollen natürlichen Ölen kombinieren entsprechende Präparate intensive Feuchtigkeitspflege und antimikrobiellen Schutz vor krankheitserregenden Pilzen und Viren.

Ebenso effizient entgegenwirken lässt sich äußeren Einflüssen, die die natürliche Schutzbarriere von Finger- und Fußnägeln schädigen und damit ein Eindringen von Pilzen, Keimen und Bakterien begünstigen. Zur Stärkung der natürlichen Hautbarriere werden Problemnägel bei Anwendung von Nagelserum oder -spray mit dem patentgeschütztem Mikroalgen-Aktivstoff Spiralin® und hochwertigen pflanzlichen Bestandteilen mit intensiver Feuchtigkeit versorgt und gleichzeitig gegen Krankheitserreger geschützt. Die hemmende Wirkung von Spiralin® auf hautschädigende Pilzstämme ist wissenschaftlich nachgewiesen.1

Um das Immunsystem im Kampf gegen die Krankheitserreger zu stärken, sollte man auf ausreichenden Schlaf, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft achten.

1 Prof. Dr. Kristian Reich: Kosmetische Medizin, 32 Jahrgang, 2011, Ausgabe 2.11

Wirksam vorbeugen.
Ansteckung vermeiden.

Diabetiker, Menschen mit Immunschwäche, aber auch Senioren und Sportler sind besonders anfällig für Nagel- und Fußpilz. Eine gründliche Fußpflege ist deshalb besonders wichtig. Sinnvoll kann der regelmäßige Besuch bei der medizinischen Fußpflege sein.

Besonders groß ist die Ansteckungsgefahr mit einer Pilzinfektion in Schwimmbädern, Saunen, Fitnessstudios und öffentlichen Toiletten. An diesen Orten sollte man grundsätzlich Badeschlappen tragen und nicht barfuß laufen.

Ist man bereits infiziert, gilt das auch in Hotelzimmern und in der eigenen Wohnung. Die Pilzsporen in abgefallenen Hautschuppen können auf Badematten und Teppichboden lange überleben und andere Personen anstecken. Im Falle einer Infektion ist zudem immer darauf zu achten, keine Kleidungsstücke und Textilien gemeinsam mit Familienmitgliedern und Freunden zu nutzen. Bei einem Hautpilz an den Füßen sollte man im Bett Socken tragen. Das verhindert nicht nur die Ansteckung anderer Menschen. Kommen befallene Schüppchen mit anderen Körperteilen in Berührung, kann die Infektion auf diese Areale übertragen werden.

Sie fragen.
Experten antworten.

Welche Hausmittel helfen bei Hautpilz?

Um Pilze zuverlässig abzutöten oder Wachstum und Vermehrung wirksam zu hemmen, ist eine medikamentöse Therapie angeraten. Wird ein Hautpilz unzureichend behandelt, kann die Erkrankung chronisch werden und auf andere Bereiche übergreifen.

Hausmittel können jedoch eventuell begleitend eingesetzt werden. Besprechen Sie mit dem Hautarzt, welche Mittel und Maßnahmen in Ihrem speziellen Fall die medikamentöse Behandlung unterstützen können. Der Dermatologe wird Sie zudem hinreichend über Wechsel- und Nebenwirkungen informieren.

Muss man bei Fußpilz immer zum Arzt?

Bei einem Verdacht auf Fußpilz sollten Sie immer Ihren Hausarzt oder einen Hautarzt konsultieren, um die Hautveränderungen gründlich untersuchen zu lassen und andere Erkrankungen ausschließen zu können. Je nach Erreger und Stadium der Infektion kann Ihnen der Arzt das geeignete Medikament verordnen und mit Ihnen zusätzliche Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden besprechen. Zudem wird der Mediziner Sie ausführlich darüber informieren, wie die Ansteckung weiterer Personen in Ihrer Umgebung zu vermeiden ist.

Können auch Kinder Fußpilz bekommen?

Ja, Kinder stecken sich in Schwimmbädern und Turnhallen häufig mit Fußpilz an und sollten schnellstmöglich mit einem für die entsprechende Altersgruppe geeigneten Medikament behandelt werden. Auf den kleinen Füßen können sich die Pilze besonders schnell ausbreiten, zudem kratzen Kinder oft an infizierten Stellen, was die Gefahr birgt, dass sich die Infektion auf andere Bereiche des Körpers ausbreitet. Bei Verdacht auf Fußpilz sollten Sie deshalb mit Ihrem Kind umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wie lange dauert eine Behandlung bei Nagelpilz?

Bei der Behandlung einer Nagelmykose ist viel Geduld und Disziplin erforderlich. Die Therapie kann mehrere Monate oder sogar über ein Jahr dauern, da die erkrankte Partie des Nagels erst komplett herauswachsen muss. Bei infizierten Fingernägeln geht das etwas schneller als bei Fußnägeln.

Welche Personen sind besonders gefährdet für Nagelpilz an den Fingern?

Ein erhöhtes Risiko für Nagelpilz tragen grundsätzlich Personen, deren Hände schlecht durchblutet sind wie beispielsweise Diabetiker und Menschen mit einem schwachen Immunsystem, ältere Personen, Sportler und Raucher. Zudem sind häufig Reinigungskräfte betroffen, da das feuchtwarme Milieu in Gummihandschuhen den Pilzbefall begünstigt. Einen idealen Nährboden für Pilze stellen zudem die Kleber unter künstlichen Fingernägeln dar. Des weiteren können der häufige Gebrauch acetonhaltiger Mittel wie z.B. Nagellackentferner die Struktur der Fingernägel nachhaltig schädigen.