Platzwunde versorgen

Platzwunden.
Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung.

Durch einen Stoß oder den Aufprall eines schweren stumpfen Gegenstandes kann es zu einer Gewebeprellung kommen, in deren Zentrum die Haut aufplatzt. Durch die starke Blutung sieht eine Platzwunde auf den ersten Blick oft dramatischer aus als sie tatsächlich ist. Da es sich in den meisten Fällen um eine oberflächliche Verletzung handelt, können Platzwunden bei angemessener Versorgung in der Regel innerhalb weniger Wochen gut abheilen.

Merkmale. Betroffene Körperstellen.

Eine Platzwunde tritt an denjenigen Stellen des Körpers auf, an denen die Haut direkt auf dem Knochen liegt – wie am Kopf, Schienbein, Knie- und Sprunggelenk, Ellenbogen, Schulter- und Handgelenken. Typische Verletzungen bei Kleinkindern sind Platzwunden an der Stirn durch Stöße an Tischkante und Klettergerüst, bei rauflustigen Jungs endet so manche Prügelei mit einer Platzwunde an der Lippe.

Die Wunden sind im Allgemeinen nicht tief. Sie bluten aber sehr stark, vor allem wenn es sich um eine Verletzung am Kopf handelt.

Erste Hilfe. Platzwunde versorgen.

Eine Platzwunde löst bei allen Beteiligten im ersten Moment einen großen Schrecken aus. Es gilt deshalb als Ersthelfer, einen kühlen Kopf zu bewahren und die verletzte Person zu beruhigen, um eine adäquate Versorgung vornehmen zu können.

  • Waschen Sie zunächst das Blut mit Leitungswasser ab. Sollte dies nicht möglich sein, kann die Wunde auch mit einem sauberen, fusselfreien Tuch oder Gazestreifen abgetupft werden. Nun lässt sich abschätzen, wie groß die Platzwunde tatsächlich ist.
  • Zur Vorbeugung einer Infektion ist die Wunde anschließend mit einem nicht-alkoholischen Desinfektionsmittel zu desinfizieren.
  • Um die Blutung zu stoppen, drücken Sie mit einer sterilen Kompresse vorsichtig auf die Platzwunde.
  • Bei einer stärkeren Blutung sollte ein Druckverband angelegt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Verband nicht zu eng sitzt, um die Blutzufuhr des entsprechenden Körperteils nicht zu unterbrechen.
  • Kleinere Platzwunden an den Extremitäten kann man selbst behandeln, indem man nach dem Stillen der Blutung die Wundränder vorsichtig zusammenschiebt und ein Klammerpflaster über der Wunde anbringt.
  • Eventuell auftretende Schwellungen im Bereich der Platzwunde lassen sich mit einem Kühlpad oder Eiswürfeln kühlen. Diese sollten jedoch nicht direkt auf die Haut gelangen, sondern in ein Handtuch oder Stoffbeutel gewickelt werden, um lokale Erfrierungen zu vermeiden.

Kein Hautkontakt mit Wasser.

Nach der Erstversorgung darf die offene Wunde nicht mehr mit Wasser in Berührung kommen. Feuchtigkeit verzögert die Bildung von neuem Gewebe und behindert den Heilungsprozess.

Beim Duschen sollte die Wunde deshalb mit einem wasserfesten Pflaster oder Verband geschützt werden. Befindet sich die Platzwunde unter den Haaren am Kopf ist von einer Haarwäsche abzusehen, bis sich die Wunde geschlossen hat.

Ärztliche Versorgung.

Bei Platzwunden, deren Wundränder sehr stark auseinanderklaffen, ist eine ärztliche Versorgung notwendig. Das gilt auch für kleinere Platzwunden im Kopfbereich, bei stark verunreinigten Wunden oder wenn Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstlosigkeit auftreten. Die Versorgung in einer Arzt-Praxis oder im Krankenhaus sollte unverzüglich erfolgen, da die Wunde zur Vermeidung von Infektionen innerhalb weniger Stunden genäht oder geklammert werden muss.

Im Allgemeinen kann die weitere Behandlung nach Absprache mit dem Arzt zuhause erfolgen. Bei Platzwunden am Kopf, die mit einer Gehirnerschütterung einhergehen, kann einige Tage Bettruhe oder sogar ein Aufenthalt im Krankenhaus angeraten sein.

Krankheitsverlauf und Heilungsdauer.

Platzwunden heilen an den meisten Körperstellen innerhalb von zwei bis drei Wochen ab, im Bereich von Gelenken dauert die Wundheilung voraussichtlich etwas länger. Ist eine angemessene Versorgung erfolgt, bleiben meist nur minimale Narben zurück.

Um den Heilungsprozess zu unterstützen, kann die Anwendung einer Wundsalbe helfen. Mit wertvollen natürlichen Inhaltsstoffen fördert die ilon Wundpflege-Salbe die Zellerneuerung und trägt damit zu einer schnelleren Regeneration der verletzten Haut bei.

Wann die entsprechende Hautregion wieder voll belastet werden darf, hängt von Größe und Lokalisation der Wunde ab. Bei kleineren Verletzungen genügt oft eine Ruhigstellung von wenigen Tagen. Bei größeren und genähten Platzwunden muss die Belastung meist vier bis sechs Wochen reduziert werden, um zu vermeiden, dass die Wunde erneut aufgeht und die Wundheilung verzögert wird.

Risiken und Komplikationen.

Bei einer Platzwunde am Kopf besteht zusätzlich das Risiko einer Gehirnerschütterung. Die verletzte Person sollte deshalb für 48 Stunden unter Beobachtung stehen. Treten in diesem Zeitraum Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Erbrechen, Verwirrtheit oder verlangsamte Reaktionen auf, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Wurde die Wunde nicht richtig gereinigt, kann es zu einer Infektion kommen. Das verzögert den Heilungsprozess und es können unschöne Narben zurückbleiben. Zudem kann man sich über verunreinigte Wunden leicht mit Tetanus-Bakterien infizieren, die schwere Muskelkrämpfe auslösen können. Besteht kein entsprechender Impfschutz, sollte man sich bei Verletzungen mit offenen Wunden unverzüglich gegen Tetanus impfen lassen.

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Starke Blutung nach Platzwunde an der Lippe – was tun?

Die Haut im Bereich der Lippen ist sehr dünn und gleichzeitig gut durchblutet, weshalb es bei einer Rauferei unter Kindern oder einem Sturz leicht zum Aufplatzen der Lippe kommen kann. Platzwunden an der Lippe bluten sehr stark und schwellen schnell an. Nach Stillen der Blutung sollte unbedingt kontrolliert werden, ob das Blut ausschließlich aus der Lippe ausgetreten ist oder ob zusätzlich auch Zähne in Mitleidenschaft gezogen wurden. In diesem Fall ist ein Besuch beim Zahnarzt notwendig.

Muss eine Platzwunde immer genäht werden?

Bei kleineren Platzwunden und nah beieinander liegenden Wundrändern genügt meist das Klammern der Platzwunde. An Gelenken und sonstigen Stellen, die ständig größeren Belastungen ausgesetzt sind, näht der Arzt die Platzwunde. Das gilt auch für Platzwunden im Gesicht, um die Bildung von Narben möglichst gering zu halten.